Bluttests

Da Ihr Hund natürlich nicht sprechen kann und viele Hunde auch einen hohen Schwellenwert haben ab dem man ihnen ihre Schmerzen ansieht - aber auch weil es Parasiten und Krankheiten gibt die die Gesundheit Ihres Tieres beeinträchtigen, ohne unmittelbar Schmerzen zu verursachen, sind Bluttests sehr wichtig. Grundsätzlich sollte man vor jeder Operation oder Behandlung, welche eine Narkose erfordert einen Bluttest machen lassen.
Wir haben exemplarisch einmal die chronologisch sortierten Bluttestergebnisse unserer beiden Hunde hier eingestellt.
>Blutwerte Joey >Blutwerte Aischa

Die Firma IDEXX-Laboratories hat zu diesem Zweck eine Broschüre herausgebracht, die auch dem Tierhalter (nicht nur dem Tierarzt) ermöglicht das Ergebnis eines Bluttests zu interpretieren:

Chemische Bluttests und daraus gewonnene Informationen:

Albumin (ALB)
Produziert von der Leber, ein verringertes Vorkommen dieses Proteins kann auf chronische Leber- oder Nierenerkrankungen oder auf parasitäre Infektionen wie Hakenwurm hindeuten

Alaninaminotransferase (ALT)
Ein Enzym das bei Lebererkrankungen erhöht ist

Alkalische Phosphatase (ALKP)
Ein vom Gallensystem (Leber) produziertes Enzym. Erhöhte Werte können auf Lebererkrankungen oder Cushing-Syndrom hinweisen

Amylase (AMYL)
Die Bauchspeicheldrüse produziert Amylase und sondert sie ab, um die Verdauung zu fördern. Erhöhte Blutwerte könne auf eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse und/oder Nieren hindeuten

Blutharnstickstoff (BUN/UREA)
Blutharnstickstoff wird von der Leber produziert und über die Nieren ausgeschieden. Durch Tests können Leber und Nierenerkrankungen festgestellt werden

Kalzium (Ca²+)
Erhöhte Werte dieses Minerals können auf bestimmt Tumorarten und auf Erkrankungen der Nebenschilddrüse oder der Nieren hindeuten

Cholesterin (CHOL)
Erhöhte Cholesterinwerte finden sich bei einer Reihe von Anomalien, einschließlich Schilddrüsenunterfunktion oder Nieren- und Lebererkrankungen

Kreatinin (CREA)
Kreatinin ist ein Nebenprodukt des Muskelstoffwechsels und wird über die Nieren ausgeschieden. Erhöhte Werte deuten auf Nierenerkrankungen oder eine Harnstauung hin

Blutzucker (GLU)
Hohe Werte können bei der Erkennung von Diabetes helfen und auf Stress hinweisen, besonders bei Katzen. Niedrige Werte können ein Indikator für Lebererkrankungen sein

Phosphor (PHOS)
Kann auf eine Nierenerkrankung hinweisen, falls der Wert erhöht ist

Gesamtbilirubin (TBIL)
Bilirubin ist ein Bestandteil des Gallensekrets und wird von der Leber in den Darmtrakt ausgeschieden. Bilirubinwerte sind bei der Diagnose von Problemen im Gallengang nützlich

Gesamteiweiß (TP)
Der Gesamteiweißwert kann auf eine Vielzahl von Anomalien hinweisen, einschließlich Dehydration und Erkrankungen der Leber, der Nieren und des Darmtraktes

Elektrolyte (Natrium, Kalium, Chlorid)
Das Gleichgewicht dieser chemischen Substanzen ist für die Gesundheit Ihres Tieres ausschlaggebend. Abnorme Werte können lebensbedrohlich sein. Elektrolytwerte sind bei der Beurteilung von Erbrechen, Durchfall und Herzsymptomen wichtig

Hämatologische Tests:
Mit einer Reihe von Tests werden einzelne Blutzellen analysiert und gemessen

Hämatokritwert (HK)
Liefert Informationen über die Anzahl der roten Blutkörperchen im Blut. Mit diesem Test wird eine Anämie diagnostiziert

Vollständiges Blutbild (CBC)
Eine seht detaillierte Testreihe, die ausführliche Informationen über rote und weiße Blutkörperchen liefert. Diese Tests können auf das Vorhandensein von Entzündungen, auf Streß oder auf die Unfähigkeit zur Infektionsbekämpfung hinweisen. Thrombozytenmangel kann ein Hinweis auf potentiell schwerwiegende Probleme wie z.B. Blutungen während oder nach der Operation sein

Morphologische Untersuchung
Durch das Betrachten der Zellen durch ein Mikroskop erhalten wir Informationen über die Art der Anämie bzw. der Entzündung oder über andere Anomalien

Quelle: IDEXX Laboratiories