Collie-spezifisch

MDR-1     Collies müssen nicht mehr sterben        Cliff mußte sterben(Stronghold)


MDR-1 Defekt
      

Was ist beim Genotyp MDR1-/- zu beachten

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn für einen Hund der Genotyp MDR1-/- bestimmt wurde. In diesem Fall fehlt ein funktionsfähiges MDR1-Transportsystem in allen Geweben. Nach derzeitigem Kenntnisstand gehen wir davon aus, dass diese Hunde im normalen Leben keine Einschränkungen zu befürchten haben. Über eine erhöhte Anfälligkeit dieser Hunde für die Entwicklung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen oder einer Beeinträchtigung der Freisetzung und Organverteilung von Steroidhormonen kann derzeit nur spekuliert werden. Allerdings ist bekannt, dass die Behandlung mit bestimmten Medikamenten erhebliche Probleme bereiten kann. Diese teilen wir in 3 Kategorien ein.

Problematische Arzneistoffe beim Genotyp MDR1-/-

Kategorie 1 Wissenschaftlich belegt bei Hunden mit homozygotem MDR1-/- Genotyp sind Intoxikationen mit Ivermectin, Doramectin, Moxidectin und Loperamid [1-5,10,13]. Daher dürfen Präparate mit diesen Wirkstoffen, welche nicht ausdrücklich für die Anwendung am Hund zugelassen sind, nicht verwendet werden. Darunter fallen folgende Antiparasitika aus der Stoffklasse der makrozyklischen Laktone: die Ivermectin-Präparate Diapec®, Ecomectin®, Equimax®, Eqvalan®, Ivomec®, Noromectin®, Paramectin®, Qualimec®, Sumex® und Virbamec®; das Doramectin-Präparat Dectomax® und die Moxidectin-Präparate Cydectin® und Equest®. Darüberhinaus sollten die für den Hund zugelassenen Präparate aus dieser Stoffklasse nicht abweichend von ihrer zugelassenen Applikationsform verwendet werden. Dies gilt insbesondere für die orale Verabreichung der Präparate Stronghold® (Selamectin) und Advocate® (Moxidectin und Imidacloprid).

Kategorie 2 Für zahlreiche weitere Arzneistoffe wurde eine Interaktion mit dem MDR1-Transportsystem mit Hilfe von in vitro (z.B. Zellkulturen) und/oder in vivo Tiermodellen bestätigt. Diese Arzneistoffe sollten nur unter gründlicher Nutzen-Risiko-Abwägung und unter Beachtung der pharmakokinetischen Besonderheiten des MDR1-/- Genotyps angewendet werden. Durch das Fehlen eines funktionsfähigen MDR1-Transporters kommt es insbesondere zu einer Zunahme der oralen Bioverfügbarkeit, bei gleichzeitiger verminderter Ausscheidung über Leber und Niere. Dadurch kann es leicht zu einer „unbewussten“ Überdosierung der entsprechenden Arzneistoffe kommen. Zusätzlich ist die Gewebepenetration lipophiler Arzneistoffe durch die Gefäßendothelien der Blut-Hirn-Schranke und der Blut-Hoden-Schranke erhöht. Insgesamt können dadurch vermehrt neurotoxische, nephrotoxische und hepatotoxische Effekte bei der Arzneitherapie auftreten. Eine Genotyp-basierte Dosierung wäre bei Hunden mit MDR1-/- Genotyp wünschenswert, ist aber bisher für keines der problematischen Arzneistoffe etabliert.

Kategorie 3 Nur für sehr wenige Arzneistoffe wurde bisher die Sicherheit der Therapie auch bei Ivermectin-sensitiven Collies bzw. bei Hunden mit homozygotem MDR1-Defekt untersucht und bestätigt. Dazu zählen insbesondere drei für den Hund zugelassene Präparate aus der Gruppe der makrozyklischen Laktone: das Selamectin-Präparat Stronghold®, das Milbemycinoxim-Präparat Milbemax® und das Moxidectin-Präparat Advocate®.

Selamectin gehört wie Ivermectin zu der Gruppe der Avermectine. Diese werden zur Bekämpfung von Endo- und Ektoparasiten therapeutisch eingesetzt. Das Selamectin-Präparat Stronghold® ist für den Hund zugelassen und wird mit einer Dosierung von 6-12 mg/kg Körpergewicht eingesetzt. Die Applikation muss dabei auf die Hautoberfläche erfolgen (sog. spot-on Applikation). Die Sicherheit dieses Präparates wurde bei Ivermectin-sensitiven Collies getestet. Dabei wurden keine klinischen Zeichen einer Intoxikation beobachtet [14,15]. Eine Überdosierung über die vom Hersteller empfohlene Dosierung hinaus (6-12 mg/kg) sollte dennoch vermieden werden. Das Präparat sollte nicht oral verabreicht werden und ist für diese Applikation auch nicht zugelassen.

Milbemycinoxim ist kombiniert mit dem Wirkstoff Praziquantel in dem Präparat Milbemax® enthalten. Die seitens der Hersteller-Firma empfohlene Dosierung beträgt 0,5-2,5 mg Milbemycinoxim pro kg Körpergewicht per oral. In einer Studie entwickelten Ivermectin-sensitive Collies ab einer Dosierung von 5 mg/kg deutliche Zeichen unerwünschter Nebenwirkungen (Abgeschlagenheit, Bewegungs- und Koordinationsstörungen, vermehrter Speichelfluß) [16]. Aufgrund der geringen therapeutischen Breite sollte die Anwendung dieses Präparates mit großer Vorsicht erfolgen.

Moxidectin ist kombiniert mit dem Wirkstoff Imidacloprid in dem Präparat Advocate® enthalten. Je nach Gewicht des Hundes liegt die empfohlene Dosierung bei 2,5-6,25 mg Moxidectin und 10-25 mg Imidacloprid pro kg Körpergewicht für die topische spot-on Applikation. Ivermectin-sensitive Collies vertragen bis zu einem 5-fachen dieser Dosierung ohne klinische Zeichen einer Intoxikation. Allerdings kam es bei oraler Verabreichung von nur 40% der für die topische Applikation zugelassenen Dosierung zu schweren neurologischen Störungen [17]. Eine orale Aufnahme des Präparates muss daher vermieden werden.





































Quelle:
Studie der Uni Giessen


Collies müssen nicht mehr sterben!


MDR-1     Cliff mußte sterben(Stronghold)


GIESSEN (rsr). Collies müssen zukünftig nicht mehr an Arzneimittelunverträglichkeiten sterben. In Kooperation mit ihrer Gesellschafterin, der Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen, ist die Patentverwertungsagentur der drei mittelhessischen Hochschulen, die Trans-Mit GmbH, zukünftig berechtigt, einen genetischen Test zur vorbeugenden Diagnose von Arzneimittelunverträglichkeiten bei Collies und anderen betroffenen Hunderassen in Zusammenhang mit dem sogenannten MDR1-Gendefekt zu vertreiben.......

kompletter Text: www.giessener-anzeiger.de/sixcms/detail.php




Stronghold

MDR-1     Collies müssen nicht mehr sterben 

 

Cliff

geb. 26.10.1995

gest. 01.08.2004

Warnung vor der Wirkung des Medikaments Stronghold bei oraler Einnahme bei Langhaarcollies

Liebe Freundinnen und Freunde des Collie,

damit Ihnen und Ihrem Tier nicht das Gleiche passiert wie uns, dieser Brief:

Am Mittwoch, dem 28.07.04 brachten wir unseren Langhaar-Collie Cliff zu unserem Haustierarzt um einen Hot-Spot an dem rechten Hinterlauf behandeln zu lassen. Nach unserer Einschätzung machte der 8-jährige Hund einen ansonsten top-fitten Eindruck, was uns zwei Wochen vorher bei der üblichen jährlichen Untersuchung vom Tierarzt bestätigt wurde. Cliff erhielt Stronghold in den Nacken aufgebracht und oral. In der folgenden Nacht traten starke neurotoxische Symptome auf. Wir brachten Cliff in die hiesige tierärztliche Klinik. Aufgrund der Symptome äußerte der Arzt den Verdacht einer Vergiftung. Blutbild und Röntgenaufnahme zeigten keine Merkmale einer anderen Erkrankung .

Am Donnerstag, 29.07. gegen 6 Uhr früh fiel Cliff in ein Koma, aus dem er nicht mehr erwachte. Er wurde am Freitag auf Anraten des behandelnden Arztes in eine andere Klinik überwiesen und verstarb dort am Sonntag morgen, dem 01.08.04. Laut Diagnose der Ärzte beider Kliniken besteht hinreichend begründeter Verdacht auf Avermectinintoxikation (Stronghold ist Selamectin, welches zur Gruppe der Avermectine gehört).

Laut Beipackzettel des Medikamentenherstellers Pfizer darf Stronghold nur äußerlich verwendet werden, was uns die Firma Pfizer noch einmal persönlich bestätigte. Dennoch hat der Pharmaberater von Pfizer, laut Aussagen unseres Tierarztes, nicht nur ihm sondern auch anderen Tierärzten eine orale Medikation als unbedenklich geschildert.

Bei oraler Verabreichung kann Stronghold von der Blutbahn in die Nervenbahnen übergehen und eine Vergiftung des Hundes bewirken, da viele Collies und Bobtails den MDR-1-Gen-Defekt haben. Daher appellieren wir an Sie beim Besuch Ihres Tierarztes auf die Art der Medikation zu achten, damit Ihr Tier nicht diese Qualen erleiden muß und Ihnen diese Trauer und das Entsetzen erspart bleibt.

Wir wünschen Ihnen und Ihrem Hund noch viele schöne Tage und Jahre!

Der Autor dieser Geschichte möchte anonym bleiben!!!!



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